Das Stigma

 

 

Am 5. Oktober wurde der Tag der Epilepsie gefeiert.

 

 

"Epilepsie braucht Offenheit", war diesmal das Motto.

 

Wegen das Stigma. 

 

Den im XXI Jahrhundert hätte man gerne das Stigma dahinschwinden sehen, zusammen mit der Chimäre, Epilepsien gleich Geisteskranheit. 

 

Körperliche Krankheiten, auch wenn sie den Gehirn betreffen, werden weniger stigmatisiert. Für die kann niemanden was.

Körperliche Krankheiten werden besser akzeptiert. Man bildet sich ein, dass man sie besser verstünde, gerade weil sie körperlich sind. Weil man sie potentiell sehen kann.

 

Nun ist  Epilepsie doch so lange eine neurologische Störung und Betroffene fühlen sich trotzdem stigmatisiert.

 

Über den Stigma konnte man an dem Tag in einen Flyer lesen; 

 

 

"Das Stigma, das mit der Krankheit immer noch verbunden ist und das einen offenen Umgang mit ihr oft verhindert. Denn nur dann, wenn Menschen mit Epilepsie offen über ihre Krankheit sprechen können und nur dann, wenn sie kein Tabu mehr ist, wird klar, dass Epilepsie eine chronische Erkrankung ist wie andere auch."

 

und weiter...

 

 

"...braucht Epilepsie wirklich immer und voraussetzungslos Offenheit oder gibt es auch Situationen, in denen es berechtigte Gründe gibt, seine Epilepsie zunächst für sich selbst zu behalten? Führt mehr Offenheit zu einer besseren Akzeptanz der Erkrankung in der Öffentlichkeit oder wird mit ihr nicht auch manchmal das Gegenteil von dem Erreicht, was erreicht werden soll?“

Also scheinen Stigmata nicht einfach zu verschwinden, wenn man über sie redet. Dass die Wirklichkeit komplizierter -und manchmal auch grausamer- ist, wissen am besten die Betroffenen.

Den Epilepsien sind nicht nur Gehirnstörungen.

Es sind nicht nur die Anfälle. Manchmal rücken Anfälle sogar in den Hintergrund, wenn man mit Betroffene über deren Epilepsien spricht.

Und die Biographien, sind es, die sich im Vordergrund drängen.

 

Den die Hölle, die oft zur Krankheit gehört, wird nicht (nur) von den Anfällen verursacht.

"Die Hölle, -so Sartre- dass sind die Anderen".

 

Wir Anderen mit unseren Vorurteilen, Verboten, Ängste.

Mit unser streben nach Normalität;

Eltern, die sich über sie geschämt haben, Lehrer, die von ihnen wenig erwarteten, Kinder, die gemein zu ihnen waren, Arbeitgeber, die sie nicht anstellen wollten und manchmal auch Therapeuten, die unsensibel waren, und zuweilen weiter behandelt haben obwohl, wenn sie ehrlich gewesen wären,  sich hätten eingestehen sollen, dass sie nicht weiter wussten.

Wir machen das Stigma, und die Chimäre, das ist die Normalität, nach der wir streben.

 

 

 

 

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